Sonntag, 3. März 2002

Skitour auf den Schneibstein - Beate, Thommy & Till

Das war unsere erste Skitour in dieser Besetzung. Thommy & Beate kannten die Tour schon, bzw. den ersten Teil.
Aufbruch war recht früh, dann mit Thommys Taliban Express zur Mittelstation der Jennerbahn. Von dort ging es dann direkt mit Skiern los. Ich kam mir vor wie auf dem Stachus: Überall Leute mit Tourenskiern, die meisten liefen einfach quer die Piste bergauf (unter der Seilbnahn hoch!!!), und viele schienen mehr Spurttraining zu machen, als eine Skitour. Zum Glück kennt Thommy eine Variante um den Berg herum zum Stahlhaus, die weniger begangen ist. Dort ging es durch schöne, verschneite Waldlandschaften am Königsse entlang hinauf.

Till & Beate beim Aufstieg durch den Wald (Klick macht das Bild groß)

Hier würde ich gerne eine Karte der Gegend platzieren, habe aber leider keine gefunden. Würde mich sehr freuen, wenn jemand eine hätte...
Einmal am Stahlhaus angekommen freuten wir uns alle über die Pause: Verschwitzt & vereist, endlich tee trinken und wurstbrote essen. Doch dann trieb es uns auch ganz schnell weiter. In der Karte unserer Tischnachbarn entdeckten wir, daß wir direkt neben dem Schneibstein waren - und das sah nach einem netten Gipfel aus...
Also gingen wir gestärkt weiter: Aus der Hütte in den Nebel - der inzwischen richtig dicht war, und nicht mehr von den Bäumen abgehalten wurde. Die Gruppe beschloß mich vorauszuschicken ;-) Und wir gingen fast blind, mehr ratend als wissend wohin. Auch Beate & Thommy gingen diese Strecke zum erstenmal, und so bekam ich nur wenig aufschlußreiche Tips: "Vorsicht, hier rechts irgendwo geht es runter - glaube ich...".
Doch da wor wir gingen ging es nicht runter, sonder stetig und immer steiler bergauf. Und je höher wir kamen, umso mehr bließ uns der wind entgegene. Die Schneedecke wurde langsam härter, stellenwiese sackten wir durch die vereiste Oberfläche - zähes gehen.

Beate & Thommy am Gipfel

Nach mehreren Stunden Marsch, kamen wir endlich an den Gipfel. Und es war höchste Zeit, denn die Moral der Gruppe war auf dem Tiefpunkt angelangt. An ausgiebige Gipfelparty war nicht zu denken: Der Wind bließ ungebremst über den Berg, und direkt ins Gesicht. Also wurde nur das nötigste erledigt: Felle abziehen, kurzes Berg-Heil, obligatorisches Gifelfoto, und nichts wie weg. Auch die Abfahrt war nicht das Gelbe vom Ei: Nachdem ich die sichere Information hatte, daß es irgendwo da "richtig runter geht", hielt ich mich ziemlich genau an unsere Aufstiegsspuren. Und das hieß: wenig steile Hänge, verblasener & verharschter Schnee...

Auf dem Abstieg wurde dann nochmal richtig im Stahlhaus eingekehrt und Suppe, Tee und Bier genossen. Schließlich hatten wir uns eine Stärkung verdient - fanden wir.

Auf dem Weg ins Tal trafen wir unter anderem einen älteren Herren (geschätzt um die 70 Jahre alt), der uns erzählte, er sei diesen Winter schon 13 Mal auf dem Schneibstein gewesen. Und er ginge dann in der Regel nachmittags noch eine andere Tour. Wir waren trotzdem stolz auf unseren Gipfel...

 

Till, 30. November 2003